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Deichschäferei


„Ob wohl auf der anderen Seite vom Deich auch so leckeres Gras wächst?“

Dies ist Lieschen. Ein ganz typischer Deichbewohner der heutigen Wesermarsch. Bis 1962 waren Schafe aber nicht auf den Deichen zu finden. Erst nach der verheerenden Sturmflut von 1962, bei der zahlreiche Deiche brachen, wurden Schafe als Deichschutz entdeckt. Mit ihren Füßen trampeln sie die Deiche fest, die sogenannte Trippelwalze, sodass es bei Sturmfluten nicht mehr zu Abbrüchen kommen kann. So ganz nebenbei sind sie auch die perfekten Landschaftspfleger, grasen die Flächen ab und sorgen für einen natürlichen Dünger.

 

Mitten an der Nordspitze der Wesermarsch liegt die Deichschäferei Feldhausen von Familie Plümer. Harald Plümer hat sein Hobby zum Nebenberuf gemacht. 500 Mutterschafe und deren Lämmer sind von April bis August auf 13 von insgesamt 145 km Deichlinie unterwegs. Tägliche Kontrolle, Sortierung, Einteilung und Umweidung der Schafe gehören zu den Aufgaben von Anke und Harald Plümer. „Über den Deich blicken, hinaus aufs Wasser und ins Land.“ Das liebt Anke Plümer an ihrer Arbeit als Deichschäferin. „Ich arbeite da, wo andere Urlaub machen.“ Schafe sind für sie wunderbare Tiere „weich, warm, kuschelig, intelligent und man kann sie auch mal festhalten.“ Und dann gibt es noch Luna, ihren Hütehund, einen Border Colli. Sie ist eine unerlässliche Hilfe bei der Umweidung und dem Zusammentreiben der Tiere.

 

Im Winter sind die Schafe gemütlich im Stall untergebracht, tägliche Fütterungen stehen nun an und natürlich die besonderen Monate Februar und März, in denen die Lämmer geboren werden. Pure Action und rege Betriebsamkeit prägen das Erlebnis im Mai. Professionelle Schafscherer aus Neuseeland gehen den Schafen innerhalb von nur zwei Tagen an die Wolle. Gerade einmal zwei Minuten pro Schaf brauchen sie, um ein Schaf von seinem Winterkleid zu befreien. Über zwei Tonnen Rohwolle kommen am Ende zusammen.  

 

Lust, mehr zu erfahren? Dann besuchen Sie doch von April bis Oktober die „Schäferstündchen“ und halten auf den Deichen Ausschau nach den wollenden Hochwasserschutzpflegern.